Der Berg der Veränderung

Die Projektleiterin

Karina Bickel ist die Teilprojektleiterin Petersberg in der BUGA-Stabsstelle der Stadt. Die Landschaftsarchitektin aus dem Thüringer Wald hat zuvor als Projektsteuerin für die Stadt Apolda die investiven Maßnahmen für die Landesgartenschau Apolda betreut. „Als Projektleiterin muss man alle Baumaßnahmen koordinieren, alle Leistungsphasen in der Planung betreuen, Zeitpläne erstellen und zwischen den Beteiligten vermitteln“, erklärt die 45-jährige ihren Job.

Das Projekt

Der Petersberg soll zur Bundesgartenschau 2021 und für die Zeit danach dauerhaft verschönert werden. Das Kommandantenhaus wird saniert, eine  moderne Ausstellung zur Festungsgeschichte zieht ein. Aber auch die bisherigen Nutzer – etwa die Betreiber des Lernorts auf dem Petersberg und das Thüringer Folklore-Ensemble, das hier tanzt, werden das Haus weiter nutzen können.

Die Bauvorhaben

Das Bauen auf dem Petrsberg beschränkt sich nicht aufs Kommandantenhaus. Karina Bickel zeigt, wo gleich daneben ein Erweiterungsbau mit Empfang, Toiletten, Garderobe und einem Präsentationsraum entstehen wird. An dem Weg, auf dem wir gerade stehen, soll der alte Kommandantengarten neu angelegt werden. Seit über 20 Jahren arbeitet Karina Bickel in ihrem Beruf und strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. „Klar muss alles gut eingetaktet sein. Wir wollen auch die Straßen und Wege auf dem Petersberg herrichten. Die müssen freilich fertig sein, wenn wir dann hier loslegen.“

Der Bastionskronenpfad

Wir laufen weiter zum Spielplatz hinter dem Kommandantenhaus. Eine Brücke soll dort künftig über die Lauentorstraße auf die Bastion Martin hinüberführen. „Von der hat man einen tollen Blick über den Brühl – diese Aussicht hat man vom Oberen Plateau des Petersberges nicht“, schwärmt die Landschaftsarchitektin, die eine der ersten war, die dieses Fach in Erfurt an der Fachhochschule studiert haben. „Und von der Bastion Martin geht eine zweite Brücke zurück, die den Weg bis zum Standort des ehemaligen Hohen Turms an der Buswendeschleife verlängert.“

Dieser Weg, der da geplant ist, lässt sich vielleicht am ehesten mit dem Baumkronenpfad im Hainich vergleichen. An der Zitadelle Petersberg wäre er aber wohl eher ein Bastionskronenpfad. „Wir nennen ihn schlicht Postenrundweg. Der soll den ehemaligen Mauerverlauf der Festung nachempfinden.“ Er wird für alle Gäste benutzbar sein, denn bis zum Hohen Turm wird er barrierefrei verlaufen – und dort nicht enden, nachdem ein Fahrstuhl die Besucher eine Etage hinunter befördert hat.

Weiter geht es in Serpentinen auf die Festwiese. „Die sind noch zu steil, die passen wir noch an!“, merkt die Fachfrau kritisch an. Denn die Besucher erwartet ab 2021 noch ein weiterer Höhepunkt direkt an der Festwiese: ein barrierefreier Einblick in die berühmten Horchgänge – unter dem Ravelin Anselm, der zwischen den Bastionen thront.

Barrierefreiheit auf dem Petersberg

„Der gesamte Südbereich des Petersberges wird barrierefrei – vom Kommandantenhaus über den Postenrundweg bis zur Festwiese und den Horchgängen“, freut sich Karina Bickel, die für all diese Vorhaben zuständig ist. Als wir auf dem Parkplatz stehen und über die Festwiese blicken, ergänzt sie: „Natürlich haben wir das dann bis 2021 fertig – es muss nur alles gut aufeinander abgestimmt sein!“

Was sie dann zur Bundesgartenschau machen wird, weiß sie auch schon: „Am 23. April 2021 feiere ich den 13. Geburtstag meiner Tochter. Bestimmt gehen wir dann auch zur Eröffnungsfeier der BUGA! Auf jeden Fall hole ich mir eine Dauerkarte.“

 

(Text: Andre Kudernatsch)