Grenzen im Kopf öffnen – Inklusion mit Sportsgeist

RSB Thuringia Bulls

Hätten Sie gewusst, dass die erfolgreichste Rollstuhlbasketball Mannschaft Europas aus Elxleben kommt? Und dass Rollstuhlbasketball einer der, wenn nicht DIE, inklusivste Sportart überhaupt ist? Denn hier arbeiten, trainieren und spielen Menschen mit und ohne Behinderung miteinander,  unabhängig vom Geschlecht oder der nationalen Herkunft.

Das Team der RSB Thuringia Bulls ist  dank seiner athletischen und schnellen Spielweise 2011 in die erste Bundesliga aufgestiegen und hat sich seitdem unaufhaltsam weiter entwickelt. Mit Jens Albrecht und Aliaksandr „Alex“Halouski spielen noch immer zwei Spieler der damaligen Mannschaft im Team. 2016 wurden sie zum ersten Mal deutscher Meister, 2018 folgte der erste Champions-League-Titel.

Der Schlüssel zu diesem Erfolg? Neben der Freude am Sport vor allem Ehrgeiz, auch neben dem beruflichen/studentischen Alltag. Denn Rollstuhl-Basketball ist keine Profisportart. Nichtsdestotrotz engagieren sich die Athleten und der gesamte Verein neben dem vollen Tagesplan mit Enthusiasmus um Aufgaben zum Thema Inklusion.

 

In den letzten drei Jahren hat das Team um Coach Michael Engel über 3.000 Schüler deutschlandweit mit dem Thema in Berührung gebracht. Engel kommt selbst aus dem Fußgänger-Basketball und spannt eine Brücke zwischen Marketing und Trainer-Tätigkeit. Im Gespräch erklärt er: „Wir sind fest überzeugt, dass Menschen mit Behinderung einen großen Beitrag  und Mehrwert in unserer Gesellschaft leisten könnten. Die Schüler von heute sind die Kollegen und Führungskräfte von morgen. Wir müssen die Barriere im Kopf entfernen, dass Menschen eine Arbeit weniger gut machen können, nur weil sie ein Handicap haben. Systemdenken ist nicht förderlich für die Weiterentwicklung einer Gemeinschaft. Menschen mit Behinderung haben da einfach einen Vorsprung, weil sie kreativer denken müssen, wenn es zum Beispiel darum geht, ein Hindernis zu bewältigen.“

 

Verschiedene Erlebnisse bei organisierten Team-Events im Kino oder der Schwimmhalle verdeutlichten ihm, dass das Bild von Menschen mit Handicap noch immer zu eindimensional ist. Das zu ändern ist ein langer und zäher Prozess. Laut Engel war es jedoch noch nie so einfach wie heute, sich sichtbar zu machen. Die intensive Arbeit im pädagogischen Bereich und die enormen Leistungen im Spielbetrieb rücken das Bewusstsein zunehmend in die öffentliche Wahrnehmung.

 

Auch für die BUGA engagiert sich das Team von Spitzensportler:innen, das mittlerweile auf eine beachtliche Liste an Erfolgen zurückblicken kann: Zweimaliger Champions League Sieger, zwei mal Europa Cup Sieger, viermaliger Deutscher Meister und drei mal Deutscher Pokalsieger in nur acht Jahren. Diese Passion geben sie in Workshops mit Schülern und Schülerinnen weiter, die das Thema Inklusion aufnehmen, um zu zeigen: Eine Behinderung hindert nicht daran, das individuelle Potenzial voll auszuschöpfen. Geplant ist auch ein Film-Projekt, in dessen Rahmen getestet wird, wie barrierefrei, bzw. barrierearm die BUGA ist.  Denn Inklusion beinhaltet am Ende des Tages natürlich nicht nur Rollstuhl-Fahrer, sondern Menschen jeglichen Alters mit ihren individuellen Einschränkungen.