Die Bundesgartenschau in Deutschlands Mitte: Lagevorteil für Erfurter Gärtnerei

„Die Bergminze, das ist die Pflanze der Zukunft“, davon ist Björn Poltermann überzeugt. Und in der Tat, die kleinblütige und hellviolett blühende Pflanze mit dem botanischen Namen Calamintha nepeta „Triumphator“ sieht nicht nur schön aus, sie duftet auch ganz wunderbar. Schon von Weitem strahlt sie, die an Boden und Witterung anspruchslos ist. Aber vor allem sei sie, sagt Björn Poltermann „eine echte Bienenweide“. Selbst in den frühen Novembertagen lockt die Pflanze noch Insekten an, im Sommer sei es ein einziges Summen und Brummen, das von ihr ausgeht, berichtet der Gärtner.

 

Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es das Unternehmen. Damals privatisierten die Poltermanns die inzwischen traditionsreiche Staudengärtnerei, lösten sie aus dem Volkseigenen Gut (VEG) heraus und zogen mit dem Betrieb von Erfurt Nord nach Erfurt Ost; von der Nordhäuser in die Weimarische Straße. „Der Boden hier ist auch sehr gut, das waren eben Blumenkohlfelder“, erzählt Björn Poltermann.

Verkauft wird bei den Poltermanns inzwischen vorrangig an Garten- und Landschaftsbauer sowie an andere Gärtnereien aus dem ganzen Bundesgebiet. Einmal pro Woche ist dafür großer Tausch-Tag bei Hannover. Alle zwei Wochen ist die Gärtnerei in Bayern unterwegs, bietet ihre Pflanzen dort den Facheinkäufern an. Gern gesehen sind aber auch, betont Björn Poltermann, Privatkunden, die sich direkt in der Gärtnerei oder auf Gartenmarktveranstaltungen zu Stauden beraten lassen wollen.

 „Wir haben hier, in der Mitte Deutschlands, eine wirklich gute geografische Lage, um unsere Pflanzen verkaufen zu können. Sie gehen nach Norden, wie nach Süden, nach Ost und nach West“, freut er sich.

 

Einen Vorteil habe diese Lage auch, da ist Björn Poltermann sich sicher, für die Bundesgartenschau Erfurt 2021. So zentral in Deutschland gelegen, werde sie für Gäste aus der ganzen Republik interessant sein. „Hier kommt man einfach gut und schnell her – innerhalb von drei Stunden ist man an jeder Bundesgrenze. Und Erfurt hat auch so wirklich viel zu bieten“, sagt er und betont, dass es für das Familienunternehmen – derzeit die Größte von drei Staudengärtnereien in Thüringen – eine Selbstverständlichkeit sei, bei der BUGA mitzuwirken. Schon seit Langem gehört der egapark zu den treuen Abnehmern der Poltermann-Stauden. Für das Jahr 2021 kommen auch die BUGA-Fläche auf dem Petersberg und der Ausbau der Nördlichen Geraaue dazu.

Doch nicht nur mehr als Tausend verschiedene Pflanzensorten – vom Storchschnabel über Echinacea bis zur Schafgarbe – sind es, welche die Firma Poltermann für die Bundesgartenschau bereitstellt, auch beteiligt sich die Gärtnerei an den Werbemaßnahmen der BUGA. „Wir haben überall das BUGA-Logo drauf, zeigen es auf unserer Webseite und auch auf unsere Geschäftsdokumenten“, berichtet Björn Poltermann und erzählt, dass das rotleuchtende Logo schon durch die Rechnungen in zahlreiche Garten- und Landschaftsbaubetriebe und damit zu potenziellen Fachbesuchern geht.

 

Und auch die „Zukunftspflanze“ Bergminze wird auf der BUGA Erfurt 2021 zu sehen, zu riechen und zu hören sein. Viele von ihnen werden auf der Gartenschau zu sehen sein, bilden einen schönen und besonnenen Ausgleich zu Rosen und sind – selbstverständlich – auch in der klassischen Erfurter Staudenheimat, dem Karl Foerster Garten im egapark, zu finden.

Text und Fotos: Paul-Philipp Braun