• Anja Schultz

Blick auf die Baustelle: Die Geraaue am alten Klärwerk

In wenigen Wochen ist die Umgestaltung der Geraaue am ehemaligen Klärwerk abgeschlossen. Dann ist dort, wo jahrelang eine eingezäunte Brachfläche war, ein vollkommen neuer Uferpark entstanden. Auf rund 2,5 Hektar finden die Erfurterinnen und Erfurter dann einen Picknickplatz mit zwei Grills, ein Beachvolleyballfeld, einen Kleinkinderspielplatz und drei Panoramaschaukeln. Wo früher eine steile Böschung war, wird die Gera jetzt erlebbar: Geschwungene Natursteinmauern überwinden den Höhenunterschied und bilden eine Uferterrasse, die zum neuen Treffpunkt am Fluss wird. Hier können die Parkbesucher Zeit mit Freunden und Familie verbringen, Sport treiben, sich entspannen und die Nähe zum Wasser genießen.


Der Parkabschnitt zum Spatenstich im August 2019
Der Parkabschnitt kurz vor der Fertigstellung im November 2020

Am Sportlerheim, an dem es einen Biergarten geben wird, ist ein Baumhain aus Zierkirschen entstanden. Weitere Bäume wurden und werden im gesamten Parkabschnitt gepflanzt, darunter Erlen, Weiden, Eichen und Elsbeere. Aus der schlichten WC-Anlage haben Sven Morawietz und Manuel Haupt Anfang November mittels Graffiti ein kleines Kunstwerk in Erdtönen gemacht. Auf dem Kleinkinderspielplatz werden aktuell die letzten Arbeiten vorgenommen. Die Panoramaschaukeln wurden aufgestellt, die Schaukeln selbst werden erst kurz vor der Bauabnahme eingehängt. Mitte November soll der Gera-Radweg, der durch den Abschnitt schwenkt, asphaltiert werden.

Am Ufer dienen Wasserbausteine zur Böschungssicherung. Sie schützen bei Hochwasser unter anderem die beiden Schwarzpappeln, die direkt an der Gera stehen. Die einheimische Schwarzpappel ist charakteristisch für die Auenvegetation – und kommt immer seltener vor, da sie von der Hybridpappel verdrängt wird und Auenwälder immer seltener vorkommen.

Mit Wasserbausteinen werden unter anderem zwei Schwarzpappeln gesichert, die am Ufer stehen.

Geschichte


Zwischen 1909 und 1911 wurde an der Riethstraße eine Kläranlage gebaut. Konzipiert war sie für 120.000 Einwohner, sodass sie schon bald erweitert werden musste. Mit Beginn der 1970er Jahre befand sich die Anlage mitten im Wohngebiet – die Umweltbelästigungen waren nicht mehr vertretbar, auch eine Erweiterung war an diesem Standort nicht möglich. 1985 wurde das Klärwerk teilweise, 1988 vollständig stillgelegt. Der Abriss begann im Jahr 1993, ein Teil des Geländes wurde anschließend zum Sportplatz umgebaut. 2004 verschwand der letzte Anlagenteil, seitdem war das Gelände eingezäunt und sich selbst überlassen.

Kläranlage Andreasried im Jahr 1929

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