• Paul-Philipp Braun

In der Geraaue tut sich was

Aktualisiert: 6. März 2019


Bisher waren Rasengittersteine in dem Bachlauf verlegt. Sie werden nun für die Renaturierung der Geraaue entfernt.

Jahrzehntelang waren es Rasengittersteine aus Beton, die das Bild des Mühlgrabens prägten. In den Grund eingelassen, sollten sie ein stabiles Flussbett sichern und so den stark begradigten Mühlgraben vor Verschlammung schützen. Inzwischen sind Bagger mit besonderen Greifern am Werk. Stück für Stück entfernen sie die Betonelemente aus dem fast zwei Kilometer langen Bachlauf, der den Berliner Platz mit Gispersleben verbindet. Im Zuge der Renaturierung soll das Flüsschen, ein sogenanntes Gewässer Zweiter Ordnung, dessen Pflege und Fürsorge in der Hand der Stadt Erfurt liegt, wieder an seinen ursprünglichen Lauf angeglichen werden.

Davon profitieren auf lange Sicht aber nicht nur die BUGA-Besucher. Auch für die Fische soll die Renaturierung des Mühlgrabens ein neues und attraktives Zuhause schaffen. Schmerle, Äsche, Gründling, Groppe und Hasel sind es, die im Mühlgraben ihren Lebensraum haben.


Doch auch etwas südlich, parallel zur Straße der Nationen – bei alteingesessenen Erfurtern NQV genannt – tut sich derzeit etwas. Bagger und Laster befreien hier den einst verrohrten Marbach aus seinem unterirdischen Gefängnis. Dabei ist es kein Zufall, dass ausgerechnet die Wintermonate das Zeitfenster sind, in dem der Bach freigelegt wird. Nur in dieser Zeit können die tonnenschweren LKW ohne zu große Straßenverschmutzung zwischen Baggergrube und Straße verkehren. Denn nur in dieser Zeit ist der Boden durch den Frost hart genug, um nicht im Profil der Lasterreifen hängen zu bleiben. Um die 28 Tonnen Erde kann jedes der riesigen Fahrzeuge transportieren. Eine Masse, die in eine Ostthüringer Erddeponie gebracht wird und dort nun einen ehemaligen Tagebau verfüllt.



Hier wird der Marbach wieder freigelegt.


Fotos: Paul-Philipp Braun

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