Ein Küsschen auf der Rendezvousbrücke

Denken alteingesessene Erfurter an den egapark, dann kommen ihnen zuerst die Rendezvousbrücke und die nahestehende Zentralgaststätte in den Sinn. Dies ergab eine nicht repräsentative Umfrage der lokalen Tageszeitungen Thüringer Allgemeine und Thüringische Landeszeitung. Entsprechend ist es ein Grund zur Freude, dass die Brücke im Zuge der BUGA-Erneuerungen im egapark wieder ersteht.

 

Angeschlossen an das Danakil-Klimazonenhaus wird die Rendezvousbrücke schon bald wieder allen Gästen der Gartenausstellung einen einmaligen Blick über den buntblühenden egapark gestatten. Doch derzeit sind Brücke und Haus noch im Rohbau, weshalb sie von hohen Bauzäunen geschützt werden.

Lediglich eine kleine Gruppe – es waren 22 Besucherinnen und Besucher – erhielt am Sonntag, dem 28. April 2019, schon einmal einen exklusiven Einblick in den Rohbau. Und bei diesem Einblick, da wurde manche Erinnerung wach.

So auch bei Steffi Schulz. Seit vielen Jahren schon hat die Erfurterin eine Saisonkarte für den egapark und verbringt in Thüringens größtem Garten viel Freizeit. Für sie sei es, sagt die Rentnerin, ein Ort, an dem sie die Seele baumeln lassen könne und der schon immer schön gewesen sei.

Brücken

Fakten

Schon immer, das bedeutet seit genau 58 Jahren. Im April 1961 eröffnete die Internationale Gartenbauausstellung (iga) – entsprechend gut passte zu dieser Zeit auch die Führung durch den Rohbau und der Ausflug auf die Brücke. Mit einem Gläschen Sekt durften die Gäste schon einmal auf der Rendezvousbrücke anstoßen und sich an dem einmaligen Ausblick über die Blumenfelder des Parks freuen. Und dabei wurde – wie es sich für eine Rendezvousbrücke gehört – auch die eine oder andere Zärtlichkeit ausgetauscht.

 

Auch Christa und Jochen Vogelmann waren bei der Baustellentour dabei, die egapark  und BUGA Erfurt 2021 g GmbH zusammen mit den lokalen Tageszeitungen ausrichteten. Das Ehepaar erinnert sich gern an viele schöne Momente, die sie an und auf der Rendezvous-Brücke verbrachten. „Wir haben hier oben viel gefeiert. Konfirmationen und Tanzstundenbälle fanden in der Glashalle statt“, sagt Christa Vogelmann, und Gatte Jochen ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Und vor allem schöne Betriebsfeiern!“

Schon mit seinen Eltern war Jochen Vogelmann immer wieder auf der iga unterwegs. Damals sei der Eingang zum Parkgelände noch in der Wachsenburgstraße unterhalb des Rosengartens gewesen, erinnert er sich. Doch bei allen Rückblicken freuen sich Christa und Jochen Vogelmann auch auf die Neuerungen im egapark. Die BUGA Erfurt 2021 sei ein Glücksgriff für den Park, ist sich das Ehepaar einig  – allein schon wegen der Erneuerung der Brücke.  

 

Übrigens stammt der Name der Brücke weniger von der Möglichkeit eines Stelldicheins, sondern vom Zusammentreffen – dem Rendezvous – des iga-Parkteils und des Bereiches der Cyriaksburg. Von einer gewissen Brückenromantik hält aber auch diese Weisheit hoffentlich niemanden ab.

 

Text und Fotos: Paul-Philipp Braun