Rosenvielfalt zur Bundesgartenschau – auch beim BUGA-Partner Rosenhof Holzhausen

Es ist der unvergleichliche Duft, der im Frühsommer über die Felder zieht. Ein rosafarbenes Naturschauspiel bietet sich im Juni im thüringischen Holzhausen, denn dort blühen seit 2018 alljährlich historische Rosen. Genauer: Die sagenumwobenen Damaszener Rosen.

 

Der Name lässt es vermuten: die Damaszener Rose kommt aus der Region um Damaskus und wurde bereits in der Antike zur Gewinnung von Rosenöl angebaut. Dieses alte Handwerk hat 2017 auch Antje Kochlett mit der Gründung des Rosenhof Holzhausen aufgenommen. Vor vier Jahren setzte sie im Nieselregen die ersten Pflanzen in den fruchtbaren Boden – am Ende der Pflanzung gab es einen Regenbogen. Ein gutes Omen, wie sich zeigen sollte. Denn seither hat sich der Rosenhof, nicht zuletzt dank der liebevollen Hingabe der studierten Gartenbau-Ingenieurin, sehr gut entwickelt. 2018 konnte sie das erste Mal ernten, seit 2020 destilliert sie sogar selbst mit Unterstützung ihrer Familie.

 

„Die Rose war immer schon meine Lieblingsblume, weil sie so wehrhaft und wunderschön ist.“ erzählt die Inhaberin mit leuchtenden Augen. Die Damaszener hat es der bio-geprägten Züchterin dabei besonders angetan, weil sie eine so starke und autarke Kultur ist, die mit dem zurecht kommt, was da ist. Am Rosenhof gibt es weder Strom- noch Wasseranschlüsse. Und doch wachsen und gedeihen die Pflanzen bei guten Bedingungen bis zu 50 Jahre im angestammten Boden. Dazu gehört auch die gute Pflege und die nachhaltige Ernte, die jedes Jahr im Juni ansteht.

 

Dann heißt es für Antje Kochlett täglich um vier Uhr morgens aufstehen. Das ist hart, aber draußen auf dem Feld ist schnell alles vergessen. Wenn die Nebelschwaden am Horizont aufsteigen, der Tau auf den Blättern liegt und der Wind durch die Sträucher weht, beginnt die meditative Arbeit. Die halb geöffneten Blütenköpfe werden von Hand abgeknipst. Wenn andere sich den ersten Kaffee zubereiten, ist die Ernte bereits erledigt. Spätestens 9:30 Uhr ist die wertvolle Fracht schützend abgedeckt im Schatten postiert. Denn später am Tag öffnen sich die Blüten komplett und geben zu viel der begehrten ätherischen Öle frei.

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Diesen wertvollen Inhaltsstoff gilt es per Wasserdampf-Destillation im hauseigenen Kupferkessel zu extrahieren. Reines, echtes Rosenöl ist äußerst wertvoll, schließlich werden für ein Liter Rosenöl knapp vier Tonnen Blüten benötigt. Da verwundert der Literpreis von bis zu 9.000 € kaum. Und das erklärt auch, warum im Endprodukt „Rosenwasser“ der Holzhäuser Manufaktur „nur“ 0,5 %  Öl enthalten ist – die Gänsefüßchen sind berechtigt, denn diese Konzentration ist schon ungewöhnlich hoch und steht für eine überragende Qualität.

 

Diese wird auch von Laboren bestätigt, in denen das Produkt regelmäßig auf  über 600 verschiedene Substanzen gescreent und einer mikrobiologischen Analyse unterzogen wird. Das Ergebnis: bio- zertifiziertes Rosenwasser, frei von Konservierungsstoffen und Alkohol; in Lebensmittelqualität.

 

Und auch das liegt der Produzentin am Herzen: zu zeigen, dass das Extrakt der Damaszener-Rose mehr kann, als in hochwertiger Kosmetik verwendet zu werden. Die antibakterielle und pflegende Wirkung ist unbestritten, aber auch kulinarisch weiß es zu überraschen. Es verleiht sowohl herzhaften, als auch süßen Gerichten eine blumige Note, gibt Cocktails und Likören ein besonderes Aroma. Überzeugen kann man sich davon während des diesjährigen „Holzhäuser Rosenrausch“, bei dem die regionale Gastronomie mit kreativen Rezepten zeigt, wie vielfältig die Damaszener zu überzeugen weiß. Die regionalen Synergieeffekte zu nutzen, im Einklang mit den örtlichen Betrieben zu arbeiten und einen Mehrwert für die Region schaffen, das waren stets auch Ziele für Antje Kochlett.

 

Auf die BUGA freut sie sich ganz besonders, nicht zuletzt, weil der Rosengarten im Erfurter egapark umgestaltet und auf 15.000 qm ausgeweitet wurde. Über 400 verschiedene Rosenarten werden hier gezeigt – darunter bienenfreundliche Exemplare, oder Duft- und Bodendeckerrosen. Auch im grünen Klassenzimmer der BUGA wird Antje Kochlett mit ihrem Wissen unterstützen und ergänzt das umfassende Angebot der Gartenschau, mit vielfältigen Aktionen in ihrem Landkreis.  Der sanfte Tourismus mit entspannten Führungen ist ihr hierbei genauso wichtig, wie die Unterstützung der heimischen Kunst- und Kulturszene. Die Erntezeit wird umrahmt von vielfältigen Veranstaltungen. Buchlesungen, ein Blütenfest als Dank für die Ernte, Gottesdienste, Mal- und Zeichenzirkel, sowie Workshops für Kinder gehören zum Programm. Den Abschluss bildet das geplante Kürbis-schnitzen mit einem Food-Artist im September.

 

Die Besucher müssen nicht ohne Mitbringsel wieder nach Hause fahren – Geschenkboxen speziell für die BUGA-Gäste komplettieren das umfassende Produktangebot rund um Kosmetik, Kulinarik und natürlich dem handgemachten Original Thüringer Rosenwasser.