Der Geschmack der BUGA Erfurt 2021

Als meine Freundin Maike mit ihrem Freund Schluss machte, da war das für uns beide ein bewegender Tag. Für sie aus dem genannten Grund, für mich, weil ich mir einen neuen Smoothie-Maker kaufte.

Ich gebe zu, schon wenige Tage danach hatte sich die Lage - zumindest für mich - etwas geändert. Ihr Freund war noch immer weg, mein Smoothie-Maker war da, aber genauso funktionslos wie ihre Beziehung.

Bis heute steht mein Smoothie-Maker, den man früher wohl schlichtweg als Mixer bezeichnet hätte, in der Küche, freut sich seines Lebens im Sonnenschein und hat schon seit einigen Monaten nichts mehr zu tun. Vermutlich, weil ich vom verrückten Gesundheitswahn weg bin und mir das Schneiden, Schälen und Mixen inzwischen zu viel Arbeit ist.

Etwas anders verhält es sich mit den Smoothie-Makern bei erfruit, Erfurts einzigem Anbieter der fruchtigen Mixgetränke. Täglich gehen einige Liter der bunten und vitaminhaltigen Getränke hier über den Tresen. Alle so, wie der Kunde sie wünscht. Mit Obst oder Gemüse püriert, untersetzt mit Hafermilch oder Kokoswasser, verfeinert mit Nüssen oder Minze. Während also mein Smoothie-Maker sein Nichtstun in der warmen Küche genießt, müssen seine Kameraden im erfruit hart arbeiten. Aber dafür sind sie ja auch Mixer geworden – und keine Faultiere.

 

Eine besondere Herausforderung für die Mixer, vor allem aber deren Bediener aus dem Hause erfruit, war die BUGA-Miniatur. Genau zwei Jahre vor der „echten“ Bundesgartenschau wurde auf dem Anger schon einmal ein Vorgeschmack geboten. Und natürlich schmeckt man nicht nur mit den Augen, sondern vor allem mit der Zunge. Am 23. April schmeckten die Zungen der Erfurter bunte, vitaminreiche Smoothies. Mit geheimnisvollen Namen wie „Pink Panther“, „Hangover“ oder „Green Clean“ machten die Mixereien die Menschen neugierig und vermittelten den Geschmack der BUGA.

 

Schon einige Tage vor der Miniatur durfte ich mich durch die vier verschiedenen Smoothie-Sorten kosten. erfruit-Chefin Christel stand mir dabei mit Rat und gutem Zureden zur Seite. Schließlich klingt eine Mischung aus Spinat, Banane, Ingwer, Apfel und Saft nicht für jeden bekömmlich. Trotzdem leerte ich im ultimativen BUGA-Tasting das 60 Zentiliter-Gläschen ganz tapfer. Ich setzte sogar zweimal ab, damit sich der gesund-grüne Geschmack auf der Zunge entfalten konnte.

 

Fruchtiger, aber ebenso köstlich, stellte sich wiederum der Mango Tango vor. Bestehend aus Mango, Orange und Karotte, besticht er vor allem durch seine knallgelbe Farbe, aber auch den sanft-süßen Geschmack. Für Christel einer ihrer persönlichen Lieblinge. Ebenso wie der Pink Panther, dessen Hafermilch-, Himbeer- und Bananenaroma durch einen Schuss Honig abgerundet wird. Und auch wenn Christels Herz ganz heimlich für die süßen Vitaminbömbchen zu schlagen scheint, mir persönlich waren sie schon beim Vorkosten etwas zu süß.

 

Also musste ein härteres Stöffchen ran. Und auch dafür haben die Smoothie-Macher gesorgt. In einem dunklen Lila kommt er daher. Ein Smoothie, für dessen Zutatenliste einige Küchenkenntnisse erforderlich sind und der nicht nur durch seine ungewöhnliche Farbe überzeugen kann: Der Hangover. Die Mixtur aus Blaubeeren, Bananen, Minze, Datteln, Ingwer, Rosmarin und Kokoswasser ist etwas für Feinschmecker und Kenner. Allein um die ersten drei Zutaten aus ihm herauszuschmecken, brauchte ich eine gefühlte Ewigkeit. Und obwohl meine erste Analyse: „Es riecht nach…Obst!“ von Christel mit einem „Richtig!“ quittiert wird, stellt sich die weitere Geschmacksrecherche beim Smoothie-Tasting als eine Herausforderung dar. Wer rechnet auch schon mit Kokoswasser und Rosmarin?

 

Erst nach dem kleinen Gläschen – stilecht im BUGA-Style – hatte ich alle Zutaten erraten und konnte ein rundum positives Fazit ziehen. Alle vier Smoothies hatten meinen persönlichen Geschmackstest im ultimativen BUGA-Tasting bestanden, alle waren für sehr gut befunden worden. Und dass sie auch den Erfurtern schmeckten, das zeigte dann der 23. April. Wie warme Semmeln gingen die Mixereien weg und brachten so einen BUGA-Vorgeschmack in die Landeshauptstadt. 

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich selbst am Smoothiemixen versuchen. Noch frischer und individueller geht es nicht. Das erforderliche Grün für den BUGA-Smoothie zieht sich der wahre Fan selbst (Tipps dazu hier). Was bei guter Pflege so heranwachsen kann, haben die Profis vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau auf der BUGA Miniatur gezeigt. Die Samenmischung stammt direkt aus Erfurt, von Saatzucht Rose.

 

Chance verpasst? Demnächst informiert die BUGA Erfurt 2021 in den Ortsteilen, auf Wohngebietsfesten oder zu anderen passenden Gelegenheiten  und dann sind die Erfurter Kräutermischungen wieder mit an Bord.

Text und Fotos: Paul Philipp Braun